kostenloser Counter

Zaaltag: Februar 2009


27 Februar 2009

Hier wird nicht gerannt

Um morgens von der Grenze zu unserem Büro zu kommen, nehmen Börries und ich meistens den Bus.

Jetzt haben wir aber das Problem, dass die Haltestelle die erste nach der Grenze ist und der Bus dort ohnehin immer schon wartet.

Ihr kennt das sicherlich: Man sieht Bus oder Bahn schon von 200 Metern Entfernung an der Haltestelle stehen und denkt sich: "Was mach ich nun, renne ich hin oder gehe ich gemütlich?".

Es gibt 3 mögliche Dinge, die passieren können:

1) Man rennt wie doof, gebremst durch Laptoptasche und den 3,50 teuren Starbuck's "Cinnamon Choc Cafè Latte" oder wie die Dinger heißen, die man bekommt, seit das Ding uncool ist, was früher Milchkaffee war die vollen 200 Meter zum Bus.

Dort angekommen macht die Lunge einem unmittelbar klar, dass das heutzutage nicht mehr so einfach geht und während man kurz das Verlangen verspürt, sich zu übergeben und schwarze Flecken im Sichtfeld hat, hämmert man hyperventilierend wie doof auf den "Öffnen-Knopf".

Der Busfahrer seinerseits hat zwei Möglichkeiten: Entweder er schaut schulterzuckend zu einem und schüttelt den Kopf als läge es schlicht und ergreifend nicht in seinem Machtbereich, die Bustür zu öffnen oder aber (wesentlich häufiger der Fall) er schaut so stur und einen bewusst ignorierend nach vorne, als sei man eine Drogenhalluzination, auf die er gerade so gar keinen Bock hat.

Begleitet wird das Ganze dann von mitleidigen Blicken der restlichen Passagiere. Oft übrigens kombiniert damit, dass der Bus wegen eines rangierenden Autos oder einer Ampel ohnehin keine fünf Meter weiter stehen bleiben muss, der Faher aber konsequenterweise trotzdem so tut, als sei er gerade voll konzentriert auf's halten und bekäme nicht mit, dass man immer noch debil-verzweifelt auf den "Öffnen"-Knopf hämmert, weil die Zeit in der es nicht irgendwie peinlich wäre, doch noch einzugestehen dass einen Meter rechts von ihm jemand seit 2 Minuten versucht, sich Zugang zu seinem Fahrzeug zu verschaffen, längst abgelaufen ist.

Variante 2 ist die ZEN-Variante: Man geht langsam und locker in Richtung Bus, als würde man nicht exakt diesen Bus, sondern eine völlig andere Linie erreichen müssen, die an derselben Haltestelle fährt, weil man ohnehin weiß, dass dieser Bus (der gerade zum Abbiegen schon blinkt) sowieso losfahren wird, bevor man bei ihm ankommt und man sich Szenario 1) ersparen möchte.

In diesem Zustand meditativer Versenkung gaukelt einem das Hirn Gleichgültigkeit vor, den Bus zu erreichen. "Dieser Bus... ein anderer Bus... es ist nicht wichtig... atme tief... was ist überhaupt ein Bus? Wer definiert Bus?".

Wenn der Bus tatsächlich zu einem Zeitpunkt abfährt, an dem man ihn selbst rennend nicht mehr hätte erreichen können, erlangt man eine höchst genugtuende Bewusstseinsebene gänzlicher Befriedigung.

Würde es denn tatsächlich mal passieren!

In Wahrheit gibt es nämlich nur die Unterszenarios a) und b).

Bei a) fährt der Bus so knapp vor einem ab, dass man weiß, man hätte ihn bekommen, wäre man von Anfang an gerannt und man ärgert sich über diese ganze verfickte ZEN-Scheiße.

In Szenario b) kommt man dem noch immer stehenden Bus so nahe, dass man in umgekehrter Relation zur Entfernung das wachsende Verlangen verspürt, doch noch wie bekloppt loszurennen.

b.1.) - Man rennt doch noch los und verpasst den Bus - Rest siehe Punkt 1)

und b.2.) Man kommt völlig außer Puste im Bus an, und schnauft dem Fahrer mit der letzten Luft "einmalhelmholtzstraßebitte" entgegen, um sich danach triumphierend auf einem noch freien Viererplatz hinsetzen zu können - und anschließend 17 Minuten zu warten, bis der Bus TATSÄCHLICH abfährt.

20 Februar 2009

Stille?

Die letzten Wochen war es ja relativ still hier: Das liegt daran, dass ich in Deutschland war, um ein Video zum PokerStrategy.com VIP event in Düsseldorf zu drehen bzw. bei der Postproduktion in Hamburg war. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen. Dazu muss man allerdings eingeloggt sein. Youtube-Link wird upgedatet.